Allgemein ist die Kopfhautbiopsie eine Gewebeentnahme der Kopfhaut und wird meist zur diagnostischen Unterstützung bei entzündlichen Kopfhauterkrankungen oder bei Verdacht auf Pilzerkrankungen eingesetzt.
Außerdem spielt sie eine wichtige Rolle bei Alopezie, einer Lichtung des Haupthaares oft trotz gründlicher Betrachtung und Abstrich der Kopfhaut nicht erkennbarer Ursache, im Allgemeinen kreisrunder oder diffuser Haarausfall. Das klinische Bild alleine ist in diesen Fällen nicht aussagekräftig genug für die Diagnose. Bei Erkrankungen unklarer Genese ist es stets das Wichtigste, der Ursache der Veränderungen auf den Grund zu gehen, um so die bestmögliche Therapie anwenden zu können. Den Eingriff übernimmt bei medizinischer Notwendigkeit in der Regel die Krankenkasse. Nach lokaler Betäubung der Kopfhaut auf verschiedenen kleinen Arealen, je nur einige Millimeter im Quadrat, werden komplette Haarwurzeln parallel zur Wachstumsrichung mit dem sie umgebenden Gewebe entnommen.
Wichtig dabei ist auch die Tiefe des Präparates, die Entnahme sollte auf jeden Fall bis ins Unterhautgewebe erfolgen. Nun kann die Untersuchung des Haarfollikels und der umliegenden Haut unter dem Mikroskop durchgeführt werden. Erkennbar sind hierbei die Anzahl und die Zusammensetzung der einzelnen Haarwurzeln, außerdem können Entzündungsprozesse beobachtet werden, die sich bei alleiniger klinischer Betrachtung der Kopfhaut nicht aufzeigen.
So kann die Kopfhautbiopsie bei Haarausfall, zusammen mit Blutuntersuchungen und der gesamten körperlichen Inspektion, eine Methode der Wahl sein, um Licht in das Dunkel einer noch wenig erforschten Erkrankung zu bringen. Der Leidensdruck der Betroffenen ist hoch, denn kaum ein Merkmal ist so augenfällig wie die Dichte und Stärke unserer Haare.
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